Viele Urlauber fragen sich, was im Rahmen der Corona Pandemie mit bereits gebuchten oder geplanten Urlauben wird.

Haben Reisende eine Pauschalreise gebucht, die der Veranstalter aufgrund behördlicher Untersagung oder Einreiseverboten nicht durchführen kann und wird diese vom Veranstalter storniert, besteht ein Anspruch auf Erstattung des kompletten Reisepreises.

Wurde die Reise nicht vom Reiseunternehmen storniert, so steht dem Reisenden nach § 651h BGB ein Rücktrittsrecht zu, wenn unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände vorliegen, die die Durchführung der Pauschalreise erheblich beeinträchtigen. Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes sind hierfür ein wichtiges Indiz. Derzeit liegt eine solche weltweite Reisewarnung vom Auswärtigen Amt bis zum 14. Juni 2020 verlängert. Von Reisen, die bis zu diesem Zeitpunkt stattfinden, kann also kostenlos zurückgetreten werden, ohne dass der Reiseveranstalter Stornokosten verlangen dürfte.

Das kostenfreie Rücktrittsrecht besteht auch, wenn das Land, in das gereist werden soll, ein allgemeines behördliches Einreiseverbot verhängt hat. 

Können Reisende vom Reisevertrag zurücktreten, ist das Reiseunternehmen verpflichtet, den bereits gezahlten Reisepreis zu erstatten. Noch ausstehende Zahlungen müssen nicht geleistet werden. Die Rückzahlung muss innerhalb von 14 Tagen erfolgen.

Reisende müssen statt einer Erstattung des Reisepreises auch keine Gutscheine akzeptieren. Zwar hat sich die Bundesregierung bei der EU-Kommission dafür eingesetzt, dass vorübergehend statt der Erstattung des Reisepreises auch eine Gutscheinlösung ausreichend sein soll, die EU-Kommission hat sich dem bisher jedoch nicht angeschlossen, sodass nach derzeit geltendem Recht ein Anspruch auf Erstattung des Reisepreises besteht. 

Wie die Situation jedoch für Reisen im Sommer aussieht, lässt sich derzeit schwer beurteilen. 

Wenn Reisende ihren Urlaub jetzt stornieren, fallen zunächst Stornogebühren, wie im Reisevertrag vereinbart, an. Ob diese später zurückgefordert werden können, wenn die Reise vom Veranstalter abgesagt wird, ist umstritten. Es ist zu befürchten, dass jedenfalls keine freiwillige Zahlung der Reiseunternehmen erfolgt und eventuell ein Rechtsstreit geführt werden muss.

Wenn Reisende Ihre Reise nicht stornieren, müssen sie sich gedulden, wie sich Einreisebeschränkungen und Reisewarnungen weiter verhalten. Unter Umständen muss dann mit einer kurzfristen Stornierung der Reise durch das Reiseunternehmen gerechnet werden, oder mit der kurzfristigen Nachricht, dass die Reise durchgeführt wird.

Wird die Reise nicht vom Reiseveranstalter storniert, weil keine Einreisebeschränkung und keine Reisewarnung mehr vorliegt, kann im Einzelfall dennoch die Möglichkeit zur kostenfreien Stornierung bestehen, etwa wenn Reisende zur Risikogruppe gehören und das Virus weiterhin im Reisegebiet grassiert. In diesem Fall empfiehlt sich jedoch zuvor eine eingehende Beratung. 

Natürlich besteht auch jederzeit die Möglichkeit, zu versuchen, eine einvernehmliche Lösung mit dem Reiseveranstalter zu erreichen. Vielleicht ist es möglich, die Reise ohne Zusatzkosten auf nächstes Jahr zu verschieben oder einen Gutschein zu akzeptieren. In diesem Fall sollten Reisende jedoch bedenken, dass sie dann einem Insolvenzrisiko des Reiseveranstalters ausgesetzt sind.